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Den roten Faden verliert Gerd Brömser nie

29.05.2012 - GEISENHEIM | Von Christina Schultz (Wiesbadener Kurier)

Komödiant mit eigenem Programm im Geisenheimer Domzentrum / Erlös für „Kinderzauber“
„Gude Gerd“, jeder kennt ihn, jeder grüßt ihn und viele wissen, aus der Fastnacht ist der nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist von Gerd Brömser, der Frohnatur des Humors, seines Zeichens Sitzungspräsident des Aulhauser Carneval Clubs seit über 30 Jahren. Doch der dreifache Familienvater, glücklich verheiratet und wie er sagt „sogar alles an einem Stück“ hat in Sachen Spaß und guter Laune viel mehr zu bieten. Als Kind habe er schon immer gerne den Komikern zugeguckt. „Eigentlich kannste des ach“, dachte er für sich, geredet hat er immer gern und Späßchen machen war auch sein Ding. Doch so richtig getraut hat er sich nicht. Lange hat er in der Fastnacht seine Berufung gefunden. „Ich hab aber irgendwann mal gedacht, am liebsten würdste Kabarett machen und die Leute zum Lachen bringen“.

Feuerprobe in Rauenthal
Der Knackpunkt kam im vergangenen Jahr, als Brömser den Rauenthaler Mediziner Dieter Henschel kennenlernte. Der ist in seiner Freizeit in Sachen Klamauk unterwegs und bot Gerd einen gemeinsamen Auftritt an. Dass dies funktioniert hat und nicht nur das Publikum begeistert war, sondern auch Kompagnon Gerd, versteht sich von selbst. Sein erstes eigenes Programm probierte Brömser in der Brentanoscheune aus, mit Unterstützung von Adolf Seitz und dessen „Kultourbüro“. „Das war meine Feuerprobe“. Am Ende hieß es: Mit Bravour bestanden, es geht weiter.

Mit seinem ersten „großen“ Auftritt, der Benefizveranstaltung „Gude Gerd“ im Domzentrum erfüllt sich für den sympathische Spaßmacher einen Traum. „Ich kann es kaum glauben, dass ich jetzt da raus gehe und mein Programm mache. Ich fange einfach an und dann wird man sehen, wie es funktioniert, Spontanität ist meine Stärke“. Gage bekommt er nicht, der Erlös des Abends kommt der Veranstaltung „Kinderzauber“ zugute. Sein neuer satinglänzender Anzug hängt an der Garderobenwand („damit sehe ich nachher aus wie ein Oberkellner“), er selbst sitzt ganz relaxed vor der Bildzeitung und lenkt sich noch ein wenig ab.

Vor dem Auftritt im Wald
Am Nachmittag vor dem Auftritt ist Gerd Brömser zwei Stunden durch den Wald spaziert. „Da hab ich vor mich hin geredet und gestikuliert, Gott sei Dank hat mich keiner gesehen“. Er ist etwas zappelig aber Lampenfieber hat er nicht, eher viel Respekt vor den Leuten, die die Eintrittskarten gekauft haben. Man hat den Eindruck, am liebsten würde Gerd jedem einzelnen die Hand schütteln. Einen Spickzettel hat er nicht, das Programm ist im Kopf.

Über zwei Stunden redet, kalauert und witzelt Gerd über Gott und die Welt, über die fünf Horrorszenarien der Stressgesellschaft (Fluglärm, Bahnlärm, Blätterbläser, Freilaufkindergärten und den Lärmpegel Nummer fünf, seine 15-jährige Tochter), stürzt sich ins Abenteuer „Hairstylist“ wo schon der „süße Servus“ mit einem Handpeeling wartet und sieht sich immer neuen Stresssituationen gegenüber: Hometrainer an Weihnachten und Harakiri in der Heckewertschaft. Und wer glaubt, er verliere vor lauter Zwischenspielen den Faden, der irrt: Der „Gude Gerd“ bückt sich und schon hat er ihn wieder gefunden, den Faden, den er von der Bühne aufhebt und dem Publikum präsentiert.

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